
Lars Bednarik ist ein Künstler klarer Worte und Positionen, die sich nicht im postmodernen Aufweichen entscheidender Grenzen gefallen und der Relativierung in allen Bereichen Vorschub leisten, sondern mit Bestimmtheit gegen jeden Angriff auf individuelle Autonomie formuliert werden. Dies ist den Photographien seiner neuen Ausstellung ‚Bitte den Türdrücker benutzen, danke’ anzusehen: einfache Linien und harte Kontraste, die keine Diskussion scheuen, diese jedoch unerbitterlich und ohne Rücksicht auf Verluste führen könnten, wenn es denn notwendig werden würde. Es werden keine Antworten gegeben, noch weniger werden Fragen aufgeworfen. Es werden Realitäten kompromittiert, Ausschnitte gemeißelt, Gegensätze verstärkt und Situationen geschaffen. Schwarz ist schwarz und Weiß ist weiß. In Becdnariks Photographien wird das Schwarz noch schwärzer und das Weiß noch weißer, ohne jedoch in die Symbolsprache morbide-kindlicher Weltuntergangsphantasien oder naiver Erlösungswahnvorstellungen abzugleiten. Vielmehr sind darin die seit der Errichtung des Studierendenhauses sich immer weiter entwickelnden sozialen Gegensätze spürbar, die die postfaschistische bundesdeutsche Normalität charakterisieren. Das Studierendenhaus erscheint als Splittersammlung harter Gegensätze, nicht dekonstruiert, sondern wie die Trümmer nach der an diesem Ort so oft geträumten sozialen Revolution. Die Trennungslinien zwischen den Realitäten, den Lebenswelten und den gesellschaftlichen Utopien die sich zwischen dem Studierendenhaus und seinen Nutzern sowie der Restgesellschaft auftun werden in den Photographien Bednariks sichtbar.
Ran d’Huit
weitere Informationen zur Ausstellung unbenannt.org/bednarik