Frankfurter Häuserkampf

Mittwoch, 19. Oktober 2011, Festsaal Studierendenhaus
Ein Film von Martin Keßler Redaktion: Klaus Antes, Sabine Rollberg, Peter Winterberg
Im Rahmen des Indoor Camps des AStA

77 Jahre hat Anneliese Welz in der „Arbeitersiedlung“ in Bockenheim gewohnt, direkt gegenüber der Frankfurter Messe. Als sie ein Jahr alt war kam sie mit ihren Eltern hier her - und sie ist geblieben, wie viele andere auch. Denn die Arbeitersiedlung war ein kleines Idyll inmitten der Stadt: riesige, alte Bäume in einem grünen Innenhof, in dem sich jung und alt, Griechen und Deutsche trafen und vor allem - die Miete war bezahlbar. Für Rentner, Ausländer, die „kleinen Leute“ eben. 1,82 Euro kostete der Quadratmeter, kalt. Bis im April 2002 der Bagger kam und den ersten Häuserblock einfach platt machte. Obwohl in den übrigen Häusern noch Mieter wohnten und preiswerter Wohnraum in Frankfurt Mangelware ist. In der boomenden deutschen Finanzmetropole lässt sich schnelles Geld vor allem mit Abriss und anschließendem Neubau machen.

Ein Geschäft für Immobilienspekulanten, Banken - und den städtischen Wohnungsbaukonzern ABG. Auch ABG - Geschäftsführer Frank Junker will von den explodierenden Bodenpreisen und Mieten profitieren. Doch er hat seine Rechnung ohne Ralf Harth gemacht, den Sprecher des Mieterbündnisses, das die Arbeitersiedlung erhalten will. Obwohl der Teilabriss bereits begonnen hat, kämpfen Harth und seine Mieter weiter. Junker kontert mit Kündigungen und gezielter Zerstörung der Bausubstanz.

Ein Kampf Haus um Haus hat begonnen. Mit welchen Mitteln der geführt wird und wie er endet, erzählt der Film von Martin Keßler, der die Akteure über ein Jahr lang begleitet hat und ganz dicht dran ist am Geschehen.

Nach dem Film informieren wir über die Pläne der ABG Holding - Akteur in diesem Film und einer der zukünftigen Haupteigentümer des Campus Bockenheim - für das Areal zwischen Sophienstraße und G. Voigt-Straße (u.a. Abriss des Studentenwohnheims an der Bockenheimer Warte).

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