Häuserkampf in Frankfurt

Buchvorstellung und Diskussion
Mittwoch, 12. Oktober, 20 Uhr im KoZ / Studierendenhaus

In Frankfurt explodieren die Mieten, in Bockenheim mussten (laut immowelt.de) im August durchschnittlich 17.91 Euro/qm für Wohnungen bis 40 qm gezahlt werden, bei Wohnflächen von 80-120qm "nur" 13.96 Euro/qm. Frankfurt steht (nach München) mit durchschnittlich 11,30 Euro/qm für ein WG-Zimmer bundesweit an der Spitze. Die Angst wächst, dass bei weiterer Aufwertung des Stadtteils durch den "Kulturcampus" die Mieten noch weiter steigen, Mietervertreibung zunimmt.

Zur Zeit stehen über 2 Millionen qm Büroflächen leer, z.Bsp. das Gebäude des ehemaligen Verwaltungsgerichts in der Adalbert-Straße/Schloss-Straße. Gleichzeitig plant die ABG Holding - trotz skandalöser Wohnraumnot von Studierenden - den Abriss des Studentenwohnheims an der Bockenheimer Warte.

Nicht wenige FrankfurterInnen erinnern sich in dieser Situation an die legendären Häuserkämpfe im Frankfurter Westend.

Wolf Wetzel hat diese Zeit miterlebt und stellt im Rahmen der "Gegen Buch Masse" sein Buch vor:

"Wir wollen alles - Häuserkampf 1. Teil (1970-1989)"
(Bibliothek des Widerstands, Laika-Verlag)

"Der Schwung der 68er Bewegungen war verflogen, die politische Klasse schien sich gefangen zu haben. Tatsächlich tauchten die Ideen nur an anderen Stellen auf, völlig unangemeldet. Die SchülerInnenbewegung entstand, in den Heimen rebellierten die >Schwererziehbaren<, die Jugendzentrumsbewegung kämpfte um selbstverwaltete Räume, Jungarbeiter wollten nicht länger werden, was ihre Väter geworden sind, und viele >Gastarbeiter< hörten auf, stumm zu
malochen.

Während dessen boomte die deutsche Wirtschaft. Konzerne, Banken und Versicherungen platzten aus allen Nähten und erwarteten von ihren Parteien, dass sie ihnen in lukrativer, zentraler Lage Platz schafften - koste es, was es wolle. Citynahe Wohngebiete sollten für die Business-Class freigeräumt,
die dortige Wohnbevölkerung vertrieben werden.

Was sang- und klanglos über die Bühne gehen sollte, kulminierte im heftigsten Häuserkampf, den Frankfurt nach 1945 erlebt hat. 1970 wurde im Frankfurt-Westend das erste Haus besetzt. Aus einem Wespenstich entwickelte sich ein Wespennest ..."


Veranstalter: Bürgerinitiative Ratschlag Campus Bockenheim
www.gegenbuchmasse.de